
Sehr geehrte Leser der eNews,
dies ist schon wieder die letzte eNews vor der Sommerpause.
In dieser Ausgabe beginnen wir mit einigen Erläuterungen zu "BIM, Ökologie und Tragwerksplanung“.
Das vorgestellte Kundenprojekt von CSM aus Belgien ist der Sieger unseres User Contest 2009 in Kategorie 1 –
es handelt sich um ein Mehrzweckgebäude im Herzen von Budapest (HU). Und schließlich zeigen wir in den "Tipps und Tricks", wie Sie ein Scia-Engineer-Dokument ganz einfach personalisieren können.
Wir wünschen Ihnen viel Lesefreude und einen fantastischen Sommer. Auf Wiedersehen im September!
Themen dieser Juni-Ausgabe:
|
|
|
Statiker haben gemeinsam mit Architekten, HLK-Ingenieuren und Bauunternehmen eine wichtige Aufgabe im multidisziplinären Konstruktionsteam. BIM bedeutet nicht, lediglich ein 3D-Programm einzusetzen, sondern ist eine ganz neue Entwurfsmethode, bei der alle Partner ab einer früheren Projektphase bis hin zum späteren Unterhalt beteiligt werden. Mit BIM-kompatibler Software wird der Entwurfs- und Planungsverlauf optimiert, effizienter und besser dokumentiert. Aber was hat das mit den Schlagworten "ökologisch" und "nachhaltig“ zu tun?
Der Statiker ist der Experte auf dem Gebiet der Tragwerks-Standsicherheit und -Verformung.
Sie oder er muss jedoch auch einen neuen Aspekt berücksichtigen: Nachhaltigkeit. Tatsächlich wählt er oder sie die Materialien für die Tragwerksherstellung. Das hat Auswirkungen auf die CO2-Bilanz der Materialien, die Energieeffizienz und den Unterhalt des Gebäudes.

Die Auswahl der Tragwerksmaterialien ist äußerst wichtig und der ökologische Fußabdruck muss beachtet werden: Slim-Floor-Systeme lassen sich aus vorgespanntem Ortbeton, aus Stahl-Beton-Verbundplatten, aus Rippenplatten oder aus Hohlkörperfertigteilen herstellen. Purer Zement weist eine schlechte CO2-Bilanz auf, Recyclingmaterialien stehen im Vergleich deutlich besser da. Dasselbe gilt auch für Gründungen, Wände, Stützen, Balken, Dachsysteme aus Materialien wie Mauerwerk, Stahl, Beton, Aluminium usw. Der Statiker muss eine Aussage über die ökologischen Zusammenhänge der in Frage kommenden Materialien machen, denn die benötigten Mengen lassen sich dem Strukturmodell entnehmen.
Ökologisch zu bauen bedeutet, den Energieverbrauch zu minimieren und die Leistung pro Energieeinheit zu maximieren. Das Konstruktionsteam muss die Optionen anhand der Bedingungen vor Ort abwägen (Ausrichtung, Windströme, Untergrundtopografie und -eigenschaften).
Die Umweltanalyse hilft dabei, den Tragwerksentwurf zu optimieren – die Entwurfsstrategie zur thermischen Masse, natürlichen Belüftung, Tageslichteinstrahlung usw. tritt in Wechselwirkung mit dem architektonischen und dem Tragwerkssystem.
Bei Interesse am Öko-Engagement und entsprechenden Lösungen, verweisen wir auf die Website der Nemetschek Group. |
|
|
Über CSM
CSM nv ist ein Unternehmen, das die Bereiche Planung, Herstellung, Industrielackierungen und Montage beinhaltet. Dazu gehören sämtliche Leistungen für Stahltragwerke in Europa und anderen Teilen der Welt. CSM nv wurde 1964 von Constant Schuurmans gegründet, der auch der Namenspatron ist: "Constant Schuurmans Metaalwerken“, kurz CSM. CSM beschäftigt über 140 Mitarbeiter und erreicht einen Jahresumsatz von nahezu 25 Mio. Euro.
Über das Siegerprojekt
ING Real Estate hat einen Mehrzweckgebäude-Komplex im alten Zentrum von Budapest geplant. Vörösmarty no. 1 befindet sich mitten im Herzen von Budapest und verfügt über 3 Park- und 7 weitere Ebenen. Der Name kommt vom öffentlichen Platz "Vörösmarty Tér", der sich vor dem Gebäude erstreckt.
Die Fassade ist eine mehrschichtige Konstruktion: Die Außenhaut ist eine dekorative Struktur, unter der sich die inneren Funktionsebenen verbergen, um ein homogenes Erscheinungsbild zu gewährleisten. Das geometrische System aus Dreieckselementen sorgt für eine markante, modern und belebend wirkende Fassade. Es besteht aus Stahlrohren unterschiedlichen Durchmessers, die sich im Dreiecksmuster um das Gebäude herum ziehen. Die Füllung ist aus Floatglas.
Herr Ronny Loos von CSM berichtet: "Wegen der räumlichen Krümmung der Struktur mussten wir die Berechnung in 3D durchführen. Wir haben ein 3D-Drahtmodell aus Autocad in Scia Engineer importiert. Die Scia-Software war äußerst effizient, da die 3D-Analyse direkt auf auf das importierte Modell angewendet werden konnte. Die Schnittgrößen und Auflagerkräfte aus Scia Engineer dienten zur Bemessung der Stahl- und Stahl-Beton-Verbindungen“.
Urteil der Jury:
"Der Erfindergeist hinter diesem Gebäude sorgt für eine sofortige Wiedererkennung. Die komplexe Geometrie führte zu einer komplizierten Herstellung, die durch den Einsatz eines vollständigen 3D-Modells ermöglicht wurde. Das Ergebnis ist ein Raum füllendes, markantes Beispiel eines modernen Mehrzweckgebäudes.“ |
|